Ties Johan

* zir­ka 1490; † vor 1561 (Alter: zir­ka 70 Jahre?)

Dem ersten Lan­dreg­is­ter ist zu ent­nehmen, dass Ties Johann 1561 bere­its ver­stor­ben war und seine Kinder, darunter wohl mein Vor­fahr Claus und dessen Brud­er Wilck­en, Eigen­tümer zweier Höfe in der Bauer­schaft Oster­moor waren.

Kinder
  1. Ties Johans Ties (* zir­ka 1515; † ?)
    Er besaß laut Ack­er­schatzreg­is­ter im Jahre 1561 einen 9½.4 M.S großen Hof im äußer­sten West­en der Bauer­schaft. Dieser ver­schwand in den 1570er Jahren aus den Reg­is­tern, ver­mut­lich weil das Erbe unter seinen Kindern aufgeteilt wurde. ⚭ mit Annecke (* zir­ka 1520; † nach 1568), diese hat­te 1568 min­destens einen Sohn (LAS 102 AR 1569).
  2. Thies Johans Peter (* zir­ka 1540; † nach 1582/84)
    (LAS 102 AR 1582/84, LAS 102.1 Nr. 213)
  3. Ties Johans Claus (* zir­ka 1540; † vor 1610)
    mein Vor­fahr, mehr →hier
  4. Ties Johans Wilken (* zir­ka 1540; † zwis­chen 1597 und 1610)

Kinder des Ties Johans Wilken

  1. Tochter NN
    ⚭ seit zir­ka 1599 mit Maß Tieß Johan
  2. Tochter NN (* zir­ka 1595; † ?)
    une­he­lich, die Mut­ter war Denßken Greeten, ⚭ (wahrschein­lich) 1618 mit Johans Carsten (LAS 102 AR 1596)
  1. Tochter NN (* zir­ka 1540; † nach 1580)
    „Ties Johans dochter“ wurde laut Brüchereg­is­ter von 1580 (LAS 102 AR 1580) vom ver­heirateten Johann Hob­bing „beslapen“. Strafe für Hob­bing 44 mk

Bei Ties Johans Kindern ist der Leit­name Wilken das erste Mal nach­weis­bar, der im 18. Jahrhun­dert eine so große Rolle spie­len sollte.

Aus den Brücheregistern

Thieß Johanß Thieß Annecke gegen Gelß marten dat he sich berohmet alse scholde he mit ehr ij Jhar In untucht geleuet hebben. …“ (LAS 102.1 Nr. 213, Klage im Jahre 1569)

Thies frenz hefft Cil­li­enn annecke ehre fen­ster uthgeschla­gen @ dt vj mk“ (LAS 102 AR S-Dithm. 1582/84)

Har­men Claus Boie hefft Thies Johanns Wilck­en schwere Schlege ged­han, vnnd ehne Ihnn den grauen gestot [ihn in den Graben gestoßen]“ (LAS 102.1 219)

Ties Johans Wilck­en hefft Karstens Hen­ning im Gerichte thogesecht, dat he mit Denßken Greten ein Kindt getuget, vnnd sol­ck­es bewisen wollen, hefft toerst nicht gekondt, dt 30 mk“ (LAS 102 AR 1596)

Im Brüchereg­is­ter des Gerichts Mel­dorf der Jahre 1560–1580 find­et sich nach Martens unter (dem Kirch­spiel) Bruns­büt­tel diese Notiz:

Thies Johan­nß Wilck­en heft Jumß Clauß entli­uet, is wick­haftig wor­den, de broder heft dat halue vor­lopen gudt afgedinget vp jc Daler.“

Jumß Clauß ist sicher­lich ein Lese­fehler des Autoren – es muss Juenß (Ivens) Clauß heißen. Die Basis­strafe für diesen Totschlag betrug wie gewöhn­lich 100 Mark – was der Rest bedeutet, ist mir noch nicht so klar. Wilck­en und Claus bilde­ten offen­bar die Erbenge­mein­schaft „Ties Johans Kinder“ oder zumin­d­est einen Teil der­sel­ben. Deshalb kam der Brud­er beim Bezahlen der Strafe ins Spiel. Lei­der gibt G. Marten nicht an, in welchem Jahr der Totschlag genau geschah bzw. aus welchem Brüchereg­is­ter er diesen Ein­trag ent­nom­men hat – 1576 wäre ein möglich­es Tat­jahr und auch mit den mut­maßlichen Leben­dat­en von Ties Johans Wilck­en und Ties Johans Claus bestens verträglich. In der Tat lebte ein Ivens Claus in Oster­moor – er 1561 hat­te einen Hof von 9.7 M.S.

Hof

Ties Johan hin­ter­ließ seinen Kindern min­destens zwei Höfe, näm­lich den West­er­hoff mit 6 M und den Oster­hoff mit 10 M. Möglicher­weise gehörte ihm auch der Hof seines Sohnes Ties Johans Ties mit 9½.4 M.S.