Johann Boye der Ältere

* zir­ka 1630; † zir­ka 1698 (Alter: zir­ka 68 Jah­re)

Zur Unter­schei­dung von sei­nem Sohn Johann wur­de er „der Älte­re“ genannt. Er war um 1686 der größ­te Land­be­sit­zer in der Bau­erschaft Oster­moor. Sein Hof­stel­le und das meis­te Land dürf­ten sich in der Nähe des spä­te­ren Koogs­wegs, nahe dem Land­weg, befun­den haben.

⚭ der Über­lie­fe­rung nach mit Tel­sche Peters († 1709/1710), laut Über­lie­fe­rung Toch­ter des Peter Peters und der Ant­je Peters aus Oster­moor. Das Amts­re­gis­ter von 1642 berich­tet aller­dings von „Peter Peters Fraw Anke“ (LAS AR 102 1642). Ein Peter Peters tritt 1640 als Zeu­ge einer Schuld­an­er­kennt­nis durch Ties Johanns Claus Hen­ning in Erschei­nung (KKA-MED).

Kinder
  1. Tel­sche (* zir­ka 1657; † nach 5.2.1692)
    ⚭ mit Hin­richs Johann Hin­richs. Hin­richs Johann war von 1691 bis 1694 im Vor­stand der Armen­kis­te des Kirch­spiels Bruns­büt­tel.

Kin­der der Tel­sche

  1. Hin­rich (* zir­ka 1695)
    ⚭ mit Anna („Ant­je“), wahr­schein­lich Tewes NN (Tewes Tewes?) Toch­ter. Die ver­wit­we­te Anna Hin­richs hei­ra­te­te 1696 den Onkel ihres Ehe­manns Wilcken Boye I, wovon ein noch erhal­te­ner Dis­pens (LAS AR 102 1696) zeugt.
  2. Hin­richs Johann († 1728)
    Hof­be­sit­zer in Oster­moor (1717: 19.11 M.S, Quel­le: LAS 102 Ksp Bb 326), leb­te spä­ter als „Hin­richs Johanns Hin­richs“ in Wes­ter­belm­hu­sen
    ⚭  1712 mit Ant­je Acker­mann (* 1689; † 23.6.1762) aus Oster­moor.
    Kin­der: Tel­sche, Gret­je, Tel­sche, Sil­je, Johann, Ant­je, Harm, gebo­ren zwi­schen 1712 und 1726, von denen 1762 noch zwei Töch­ter (Tel­sche Peters, Ant­je Peters bzw. spä­ter Wolfs­dorf) und der Sohn Harm leb­ten. Der Sohn Johann wur­de am 7. Janu­ar 1721 im Hau­se von Johann Clau­sen (* 19.4.1689; † 8.3.1750) „im Koo­ge beym Oster­moor“ auf der Flucht nach der Neu­jahrs­flut 1720/21 gebo­ren. Die Fami­lie Hin­richs leb­te auf dem spä­te­ren Schmidtschen Hof (BHS 223).
  1. Claus (* um 1659; † 1696) [wei­te­re Anmer­kun­gen →wei­ter unten]
    ⚭ mit Anna Cath­ri­na Gude (〰 3.4.1666; † ?), Toch­ter des Edde­la­ker Pas­tors Peter Gude (* 1618; † 1672, JOS) und der Sil­je Boie, Toch­ter des Boi­en Peter, Kirch­spiel­vogt von Edde­lak. Claus soll Eigen­tü­mer der Län­de­rei­en der spä­te­ren Höfe Holst und Schoof in Edde­lak gewe­sen sein (CE 71ff). Die Wit­we ver­hei­ra­te­te sich am 6. Novem­ber 1698 mit dem Lan­des­ge­voll­mäch­tig­ten Johann Peters Kin­der (alle in War­fen Ksp. Edde­lak gebo­ren)

Kin­der des Claus

  1. Johann (〰 5.4.1684; † ?)
  2. Ant­je (〰 10.10.1687; † 19.11.1759)
    I ⚭ 12. Mai 1711 mit Johann Seve­rin (〰 25.3.1690; † 11.3.1724) (drei Söh­ne, zwei Töch­ter, davon sie über­le­bend Claus in Behm­hu­sen, Johann in Kan­ne­moor und Dort­he Süel­sen)
    II ⚭ 22. Janu­ar 1726 mit Hin­rich Kohl­saat (* 8.6.1694; † 29.11.1756) in Wes­ter­büt­tel, Sohn des Hans Kohl­saat aus Oster­moor, ein „stil­ler und beque­mer gast­li­cher Mann“, meh­re­re Kin­der
  3. Peter (* 5.2.1692; † 25.10.1750)
    I ⚭ 12. Okto­ber 1713 mit  Ant­je (* 9.7.1697; † 6.5.1722), Toch­ter des Haus­mann Mar­tens Tewes und des­sen Frau Trincke aus Josen­burg
    II ⚭ 10. Mai 1723 mit Mag­da­le­na NN (; † 26.2.1724, starb im Kind­bett, alt „35 Jah­re, 22 Wochen, 3 Tage“), Wit­we des Jacob Jacob­sen in Olde­bur­wör­den
    III ⚭ 31. Janu­ar 1732 mit Trin­ke Peters ver­wit­we­te Boie (* 14.10.1702; † 9.4.1776), Toch­ter des Lan­des­ge­voll­mäch­tig­ten Claus Peters in der Lehe, Wit­we des Johann Boie aus der Lehe, dem ältes­ten Sohn des Wilcken Boye I. Alle Kin­der aus der Ehe mit Ant­je Tewes (I ⚭) „die ihm der güti­ge Gott von ihr gab, nahm der Herr von ihm weg“; auch der Sohn aus der Ehe mit Mag­da­le­na Jacob­sen (II ⚭) starb früh; über­le­ben­de Kin­der aus der Ehe mit Tri­en­ke Peters ver­wit­we­te Boie (III ⚭): Claus „der Rei­che“, Johann, Mag­da­le­ne, sie­he unten. Peter Boie war der Begrün­der des Groß­hofs Josen­burg, ein „stil­ler, beschei­de­ner, christ­li­cher und hoch­ver­nünf­ti­ger Mann“ und „wohl­ver­dien­ter Lan­des­ge­voll­mäch­tig­ter“ (JOS).
  4. Tel­sche (* 2.12.1694; † ?)
    ⚭ 14. Novem­ber 1715 mit Cars­ten Cars­tens (* 6.10.1692; † ?), Sohn des Claus Cars­tens in der Lehe, Toch­ter Ant­je (* 3.6.1716; † ?)
  1. Johann (* 1666; † 8.5.1734, „reich­lich 67½ Jah­re alt“)
    Hof­be­sit­zer in Oster­moor, genannt „Johann Boye der Jün­ge­re“ oder „Johann Boye aufm Öster­moor“
    ⚭ mit Anna („Ant­je“) Dree­ßen († >26.1.1727), Toch­ter des (Rei­mers Geels Johans) Peters Drees in Oster­moor. Johann leb­te spä­ter bei sei­nem Sohn Wilcken in War­fen. Er gehör­te von 1706 bis 1709 dem Vor­stand der Armen­kis­te des Kirch­spiels Bruns­büt­tel an. 1726 ver­steu­er­te er 26.4 M.S Land in Oster­moor (LAS 102 X 166).

Kin­der des Johann (alle in Oster­moor gebo­ren)

  1. Johann (* ?; † 3.7.1726)
    ⚭ 1. Mai 1722 mit Mar­ga­re­the Peters (* 2.12.1695; † 10.3.1776), Toch­ter des Pauls Peter (= Peter Paul­sen) und der Mag­da­le­na Jan­sen in Sös­men­hu­sen; Sohn Peter (* 3.4.1723; † 27.10.1784), des­sen Kin­der mit Sil­je Peters früh ver­star­ben. Laut Ver­trag vom 13. Mai 1722 kauf­te Johann von sei­nem Schwie­ger­va­ter Pauls Peter in Sös­men­hu­sen 7 M Land (LAS 102.12 36).
  2. Tel­sche (* 1697/98; † 9.4.1769), starb 71jährig
    ⚭ nach dem 6. April 1720 mit Jür­gen Acker­mann († 14.5.1738), Sohn des Harm Acker­mann († 1707/08) und der NN († 1712/1713), leb­te in Oster­moor „im Koo­ge“ (= Alten­koog); von acht Kin­dern (ein Sohn, sie­ben Töch­ter) über­leb­ten sie ein Sohn (Harm, * 24.11.1720; † 24.2.1790) und drei Töch­ter, alle ver­hei­ra­tet. Tel­sche starb als „Ehren­groß­mut­ter“ (= Urgroß­mut­ter). Jür­gen Acker­mann besaß im Jah­re 1726 8 M 14 S Land (LAS 102 X 166).
  3. Drees (* 1699; † 14.11.1756)
    starb 57jährig, unver­hei­ra­tet und ohne Kin­der zu hin­ter­las­sen in Oster­moor
  4. Mar­greth (〰 14.4.1703; † ?)
  5. Wilcken (* 4.5.1705; † ?)
  6. Wilcken (* 20.3.1707; † 20.2.1782)
    „Wilcken Boye aufm Oes­ter­mohr“, hat­te einen Hof in War­fen, dann in Oster­moor, spä­ter Haus­mann und Gevoll­mäch­tig­ter im Neu­en Koo­ge
    I ⚭ 22. Febru­ar 1735 mit sei­ner Cou­si­ne Ant­je Peters (* 5.2.1717; † 1.10.1735) aus Wes­ter­büt­tel, Toch­ter des Haus­manns Micheels Johann Peters und der Gret­je Boi­en (sie­he unten), ein Sohn (Boie, * 12.6.1735; † 21.6.1767)
    II ⚭ 3. Juli 1737 mit Mar­gre­the Feltjen (* 31.8.1718; † 19.9.1761), Toch­ter des Johann Feltjen und der Tri­en­ke NN in Behm­hu­sen, vier Kin­der, dar­un­ter Catha­ri­na (* 19.5.1739; † 10.5.1795), ⚭ mit Claus Kohl­saat aus Oster­moor, Koogs­ge­voll­mäch­tig­ter im Neu­en Koo­ge
    III ⚭ 19. April 1765 mit der Schwes­ter sei­ner ers­ten Frau und Cou­si­ne, der Wit­we Tel­sche Kars­tens (* 10.6.1699; † 9.3.1768), Toch­ter des Haus­manns Micheels Johann Peters und der Mar­ga­reth Boi­en aus Wes­ter­büt­tel.
  7. Catha­ri­na (* 20.8.1709; † ?)
  8. Claus (* 21.8.1712; † ?)
  1. Wilcken (* 14.9.1670; † 29.11.1747)
    mein Vor­fahr, mehr über ihn →hier
  2. NN (Sil­je?) (;† 1715/16)
    ⚭ mit Claus Bun­ge († 1715/16) in Oster­moor, Sohn des Claus Bun­ge († 1693?); 1699 Eigen­tü­mer von gut 10 M Land (LAS 102 X 163). Der Name „Sil­je“ ergibt sich über­ein­stim­mend aus der Bena­mung der drit­ten Toch­ter und der von Töch­tern von Claus und Boje. Er wäre auch inso­fern logisch, dass die Groß­mut­ter väter­li­cher­seits, die Frau von Boy­en Claus Boye, eben­falls Cil­lie hieß.

Kin­der der NN (alle in Oster­moor gebo­ren). Ein Kind der Bun­ges leb­te 1718 bei Johann Kohl­saat (Hin­richs Sohn).

  1. Ant­je († nach 26.6.1733)
    ⚭ mit Mar­ten Mei­nert (* 1691; † 29.3.1766), Sohn des Arri­en Mei­nert († 1706/07) in Oster­moor. Der ver­wit­we­te Mar­ten hin­ter­ließ drei Söh­ne (Claus, Hin­rich, Johann).
  2. Tel­sche (* 1700; † 7.3.1772), eine unehe­li­che Toch­ter namens Ann Mar­ga­reth (* 28.2.1724) mit Jochim Kräh­mer auf dem Land­stie­ge in Mar­ne, bei dem sie dien­te
    ⚭ 27. Okto­ber 1742 mit Johann von Leh­fern, Lein­we­ber in Oster­moor. Tel­sche hat­te zudem einen unehe­li­chen Sohn (⚰ 2.3.1736) und wur­de zuletzt von der Armen­kas­se unter­stützt.
  3. Johann (〰 3.3.1702; † ?)
  4. Sil­je (〰 3.4.1703; † ?)
  5. Claus (* 1.12.1704; † ?)
  6. Claus (* 15.1.1706; † ?)
  7. Boje (* 14.5.1707; † 11.1.1741)
    ⚭ 11. Mai 1732 mit Tri­en­ke Hen­nings (* 14.1.1708; † 30.1.1751), Toch­ter des Johann Hen­nings und der Ant­je Maaßen aus War­fen, leb­te in Oster­moor, zwei Söh­ne und drei Töch­ter, von zwei Töch­tern (Gret­je und Sil­je) über­lebt. Die Wit­we hei­ra­te­te am 1. Sep­tem­ber 1743 den Arbeits­mann Cars­ten Lüder aus Sees­ter, mit dem sie ein Kind hat­te. Sie wohn­te wei­ter­hin in Oster­moor und wur­de von drei Kin­dern über­lebt.
  8. Claus (* 26.12.1710; † 7.2.1762)
    I ⚭ mit Mar­ga­re­tha Ehlers aus Ketels­büt­tel
    II ⚭ mit Ant­je NN (* 1711; † 21.6.1753), wur­de von zwei Söh­nen (Claus, † 1797 in Wes­ter­büt­tel und Hans) über­lebt. Er war Unter­cons­ta­bler im Artil­le­rie-Corps des Gene­ral­leut­nants Eze­chi­as Levin Arentsk­jold (* 1682; † 1744) in der Kom­pa­nie des Majors Har­bou, ging spä­ter wie­der nach Oster­moor zurück.
  1. Gret­je (* zir­ka 1686; † nach dem 20.7.1733)
    ⚭ mit dem Haus­mann Micheels Johann Peters († 26.9.1721) in Wes­ter­büt­tel

Kin­der der Gret­je (alle in Wes­ter­büt­tel gebo­ren)

  1. Tel­sche (* 11.6.1699; † 9.3.1768)
    I ⚭ 6. Novem­ber 1718 mit dem Wit­wer Andre­as Viet­zen (〰 1.11.1688; † 8.7.1720) aus Wes­ter­büt­tel, spä­ter in War­fen, Sohn des Paul Viet­zen, kei­ne Kin­der
    II ⚭ 26. Novem­ber 1722 mit Boje Cars­tens (* 10.12.1697; † 19.12.1759), Sohn des Claus Cars­tens in der Lehe, Gev. ein noch unbek. „Bojen Boje vom Oster­mohr“, das Ehe­paar leb­te spä­ter im Fle­cken Bruns­büt­tel, sechs früh ver­stor­be­ne Kin­der
    III ⚭ 19. April 1765 mit ihrem Cou­sin Wilcken Boie (* 20.3.1707; † 20.2.1782), Sohn des Johann Boye d. J. (sie­he oben)
  2. Höb­ke (* 1.2.1701; † ?)
  3. Claus (* 12.6.1702; † 24.2.1756) „aufm Teich“
    ⚭ 22. Juni 1730 mit Tri­en­ke Mingst (* 13.10.1707; † 23.11.1750), Toch­ter des Johann Mingst in Wes­ter­büt­tel, acht Kin­der, von denen drei den Vater über­leb­ten (Johann, † 1799 Schul­meis­ter in Wel­ling­hu­sen). Claus leb­te in Wes­ter­büt­tel.
  4. Höb­ke (* 1.9.1704; † 5.1.1781)
    I ⚭ 1724 mit Peter Seve­rin († 1728), Sohn des Haus­manns Peter Seve­rin in Wes­ter­büt­tel, zwei Kin­der
    II ⚭ 28. Novem­ber 1730 mit Peter Micheel­sen (〰 11.8.1705; † 9.4.1732) in Wes­ter­büt­tel, Sohn des Micheel Peters, ein Sohn
    III ⚭ 23. Febru­ar 1734 mit dem Haus­mann und Lan­des­ge­voll­mäch­tig­ten Claus Lau (* 4.2.1706; † 22.9.1774) in Wes­ter­büt­tel, Sohn des „Claus Lau aufm Din­gen“, sechs Kin­der
  5. Johann (* 26.9.1706; † ?)
  6. Job (* 24.9.1708; † 10.4.1755)
    ⚭ 14. Mai 1739 mit Gesche Lau (* 25.8.1723; † 29.4.1755), Toch­ter des Hans Lau und der Catha­ri­na Peters in Behm­hu­sen, die hin­ter­las­se­ne Wit­we starb im Wochen­bett, acht Kin­der, wovon zwei Söh­ne und zwei Töch­ter die Mut­ter über­leb­ten. Job leb­te in Wes­ter­büt­tel und war Kirch­spiel­ge­voll­mäch­tig­ter sowie Kir­chen­bau­meis­ter.
  7. Ant­je (* 5.9.1712; † ?)
  8. Ant­je (* 5.2.1717; † 1.10.1735)
    ⚭ 22. Febru­ar 1735 mit ihrem Cou­sin Wilcken Boie, dem Sohns des Johann Boye d. J., ein Sohn (Boie, * 12.6.1735; † 21.6.1767)
  9. Boie (* 10.7.1719; † 17.11.1764)
    I ⚭ 19. April 1746 mit Ant­je Piehl (* 27.3.1711; † 25.11.1750), Wit­we des Krug­wirts und Schif­fers Con­rad Hin­rich Piehl im Fle­cken Bruns­büt­tel
    II ⚭ mit Anna Hen­richs (* 9.1.1724; † 18.10.1781), Toch­ter des Hin­richs Johann Hin­richs (Sohn der Tel­sche Boye) und der Ant­je Acker­mann aus Oster­moor, dann Wes­ter­belm­hu­sen; fünf Kin­der; Boie Peters war Krug­wirt und Mak­ler im Fle­cken Bruns­büt­tel; er hin­ter­ließ zwei Töch­ter, von denen Anna (⚭ mit Micheel Peters in Wes­ter­büt­tel) 1781 noch leb­te.

Der Über­lie­fe­rung zufol­ge soll Johann Boye d. Ä. drei ver­hei­ra­te­te Söh­ne (Claus, Johann, Wilcken) und drei ver­hei­ra­te­te Töch­ter (alle NN) gehabt haben. In Anbe­tracht der dama­li­gen Gepflo­gen­hei­ten bei der Namens­ge­bung soll­ten vor Tel­sche (sie­he oben) noch zwei Mäd­chen namens Sil­je und Ant­je (das sind die Namen der bei­den Groß­müt­ter) gebo­ren wor­den sein. Auch fehlt in der Lis­te ein nach dem Groß­va­ter müt­ter­li­cher­seits benann­ter Sohn namens „Peter“, wel­cher zwi­schen Claus und Johann gebo­ren sein könn­te. Von allen drei­en habe ich bis­her kei­ne Spu­ren fin­den kön­nen – sie sind wohl früh ver­stor­ben.

Wahr­schein­lich gehör­te Johann Boye zu den Erben des Boy­en Claus Boye, deren Ver­ge­hen im Brü­che­re­gis­ter von 1673 (LAS 102 AR S.-Dithm. 1673) auf­ge­zeich­net ist. Dort heißt es:

„Boyen Claus Boyen Erben auffm Östermohr sind deswegen zu Register gesetzet, daß Sie mit Hinterhaltung des H. Landtvogds Bescheides den 3. Marty per Supplicem ein anders Decretum von demselben erschleichen wollen, und da Ihnen nach solchem Bescheide Inventarium zu ediren aufferleget, deßen unerwehnet die Theillung suchen wollen, d. 6. Märtz.“

Von Johann Boye d. Ä. fin­det man noch wei­te­re Ein­trä­ge im Brü­che­re­gis­ter:

1677

„Claus Stein hat auff Johann Boyen auffm Östermohr 3 Löcher im Kopff, deren 2. ohngefähr 2 Zollen lang, und das dritte rund gewesen, verzeichnen laßen, nebst einem blauen Auge, auch die Schulter etwaß gefärbet, wozu Jacob Sierichs in Bellmenhusen auch mitgeholfen, d. 4. Aug. 1677.“

1677

„Johannes Lüßner ein Oculist hat angegeben einen bösen Schaden aufm Kopff, tieff biß auffs Craneum nebst einer Beulen, so mit Blut unterlauffen, und berichtet, dass Ihm solches Johann Boÿe auffm Östermohr getahn. d. 8. Okt.“

Zusatz­be­mer­kung:

„Der Kleger ist wech gezogen.“

Wei­te­re Ein­trä­ge in das Brü­che­re­gis­ter, die Söh­ne, Schwie­ger­söh­ne und Enkel von Johann Boye d. Ä. betref­fend:

1697

„Hanß Schweertman beklaget Johan Boye aufm Östermohr, dass er ihn nicht allein iniuryret, sondern auch geschlagen, Schaden zugefügt und mit Füßen nach ihn gestoßen. Den 25. Sept. 1697“

[Hanß Schweert­man war der Mül­ler]

1701/02

„Heinrich Kloppenburg aus dem Büttell Kirchspiels St. Margarethen soll sich mit Hans Carstens aufm Ostermohr, auch nachgehends mit Johann Boyen daselbst geschlagen haben, wobey auch Wilcken Boye, Harm Ackerman und Peter Ram sich interessiret. 11. Nov. 1700.“

1703

„Hans Schwerdman Müller von Östermohr hat geklaget, daß Claus Bunge auf Johan Tießen Hochzeit ihn vom Stuel heißen aufstehen und wie er solches verweigert, für einen Schellm und Dieb gescholten anbey zum schlagen provociret, d. 6 Dec. 1701.“

1707

„Claus Hinrichs in der Lehe hat geklaget, daß Johann Boye aufn Ostermohr wie er ihn und seinen Gehülfen entboten, wie er kaum gekommen, ihn nicht allein iniuriieret sondern auch mit seinem Stecken geschlagen und herlich zugerichtet. d. 28 Sept. 1707.“

1711

„Johann Koltmann klaget, daß er mit Wilcken Boye Schlägerey gehabt, also daß in dem fallen und Schlagen er selbst eine Wunde an seinem Auge und eine am Haupt bekomen, so auf Östermohr geschehen. d. 6. Marty 1711.“

1711

„Seel. Claus Boyen Erben alß Peter Boye et Gehülffen haben sich die executive nicht thun lassen wollen, weilen schon die 14 tägige Einpfändung längstens verstrichen, nachgehends aber hat er sich gerne vergleichen wolle, daher er zu Brüche gebracht wird. 1711, d. 30. Nov.“

 1723

„den 16. Aug. hat Marten Dohrn aus dem Koege beym Büttel [Altenkoog], Johann Boyen aufm Östermohr stehende Scheune niedergebrochen, ohngeachtet, ich ihn solches verbieten lassen.“

[Im Som­mer 1723 stand die Scheu­ne von Johann Boye also noch im aus­ge­deich­ten Oster­moor, er wohn­te offen­bar aber nicht mehr dort.]

1723

„Ao. 1723 den 29. Martii als am Oster Montage unter der Predigt, ist Johann Boye vom Östermohr [es handelt sich um den Sohn des Johann Boye d. J.], in Paul Peters Hause in Sestemenhusen gekommen, hat die Piesel Thürr mit Gewalt aufgebrochen, und daraus einige Sachen weggenommen, so Pauls Peters Zugehören.“

1725

„Am 26. April klagte Johanns Johann das Wilcken Boyen Sohn Tewes Boye ihn in Hinrich von Essens Hause ohne eine gegebene Ursache angefallen umd im Gesichte geschlagen, daß er davon blutrünstig geworden. Kspr.“

[Vor­fall im Kirch­spiel Edde­lak, wahr­schein­lich Wes­ter­büt­tel]

1726

„Triencke Mangels aus Brunsbüttel ist ihrer getanen gerichtl. Aussage nach Ao 1725 von Michel Johanns Peters Wittwen Sohn nahmens Claus Peters in Westerbüttel in Johann Frauens Haus geschwängert, und von Johann Boyen Sohn Johann [wohl der Cousin des Claus Peters und älteste Sohn des Johann Boye, er lebte in Sösmenhusen] den letzten Weynachten Tag nach Hamburg gebracht alwo sie des Kindes gewesen“

Anmer­kung am Rand:

„Stupatra [die Geschwängerte] ist bettelarm und mit dem Anfall wogestalt behaftet, daß keine Hofnung, daß sie davon genesen werde: und weil sie also auch corpore nicht büßen kann würden die Brüche ihrenthwegen wegfallen. Wegen des Stupratoris [Schwängerers] wird die Sache ausgesetzet biß die Aussetzung in der Noth von der Stupatra eingebracht.“

1736

„den 5ten Nov. klagte Boje Boje, Claus Bojen Sohn in Behmhusen, daß vergangene Nacht zwischen 4ten und 5ten Nov: Wilcken Boje aufn Warfen [Sohn des Johann Boye aufm Ostermohr], itzo Eydgeschworener, ihn ohne Ursache, in Claus Diercks Hause mit einem Bier Kruge nach dem Kopf geworffen, worauf derselbe Job Peters [Sohn der Gretje Peters geb. Boye, also der Cousin des Wilcken Boye] aus Westerbüttel angereitzet, Klägern zu schlagen, da dann Job Peters Klägern rücklings niedergestoßen, auf der Banck, worauf Johann Kiel auch Eydgeschworener Klägern bey den Haaren zu fassen gekriegt und geschlagen, gleich dann alle drey Beklagten Klägern dergestalt geschlagen, daß derselbe blutloß geworden.  Wie nun dieses in der Nacht gewesen, mithin Claus Diercks in Eddelak gegen Ihro Königl. Maytt: allergnädigste Verordnung nach 9 Uhr sitzende Gäste gehabt, so muß derselbe anzeigen, welche Gäste, der derselbe mehrere in solcher Nacht gehabt, es gewesen, und solche nahmhafft machen. den 4teh Novembr: als am Sonntag hat Claus Diercks nachfolgenden Gäste in seinem Hause nach 9 Uhr sitzen gehabt, als Boje Boje, Peter Schröder, Claus Ostt, Hans Lau [Schwiegervater des Wilcken Boye II], Hans Ohlenborg, Johann Hinrichs, und Samuel Hartnack“

am Rand:

„Der Wirth Claus Diercks büßet an der Armen Casse Ein Reichsthaler. Alle angegebenen Gäste büßen an der Armen Casse = also jeder …“)

1751

„Anno 1751 den 8ten Februar klagte Wilcken Boye vom Östermohr [der Sohn von Johann Boye d. J.] per Citationem daß Peter Kohlsaat in Söstmannhusen ihm am 29. Jan. c: a: aufm Brunsbütteler Außenteich mit harten Worten angefahren, ihm einen großen Stock vorm Kopf gehalten und zu schlagen gedrohet, auch sonst injurienhe Worte wieder ihn aus gestoßen.“

1751

„4. May klaget Boje Peters in Brunsbüttel [der Gastwirt in Brunsbüttel und Sohn von Gretje Peters geb. Boye], daß Peter Kruse in Kattrepel betrunken in sein Hauß gekommen und ihm sehr viele Unruhe gemachet, alle Gäste zum schlagen herausgefordert, insonderheit Peter Süelßen, welcher unter seinen Händen sterben solte, und Hinrich Schomaker wegen der im verwichenen Jahr eingeklagten Brüche, daß also Boje Peters, da alles bitten und zureden nichts helfen wollen, gezwungen ihn anzugreifen und hinaus zuführen, weil er ihm alle seine Gäste gestöret, worauf er ihm aber die Finger in die Haare und die Daumen in die Augen gesetzet, wovon ein Auge ganz blau geworden, und in dem angesicht sehr zerkratzet, auch hat er hernach Hanß von Eßen vom Östermohr angegriffen und sich mit ihm geschlagen“ (4 Rth Strafe)

1751

„den 19ten May klaget Claus Bungen vom Östermohr Ehefrau Margareth, daß Marx Wittrocks Ehefrau Gretje, wie Sie deren Schwein aus ihrem Garten jagen wollen, Sie angegriffen, und ihr einen Schaufel=Stiel aufm Leibe entzwey geschlagen, wovon sie auf ihre Rücken und Schulter braun und blau gewesen, wie sie es alß bey der Angabe vorgewiesen.“

Wir kön­nen dem ers­ten Ein­trag in das Brü­che­re­gis­ter ent­neh­men, dass Boy­en Claus Boye 1673 oder eini­ge Jah­re zuvor ver­stor­ben war. Wenig spä­ter, im Jah­re 1677, muss­te Johann für die neue Bruns­büt­te­ler Kir­che spen­den.

An die­ser Stel­le ein paar Wor­te zum Schick­sal der bei­den Brü­der von Wilcken Boye I:

Der ältes­te der drei Brü­der Claus (* um 1658; † 1696) (Ster­be­jahr aus CE 72) ver­hei­ra­te­te sich mit Anna Catha­ri­na Gude, der Toch­ter des Edde­la­ker Pas­tors Petrus bzw. Peter Gude (* 1618; † 1672) und war Eigen­tü­mer der spä­te­ren Höfe von Schoof und Holst an der heu­ti­gen Bahn­hof­stra­ße in Edde­lak (CE 71ff). Er könn­te der Claus Boÿe sein, der im  Umschreibe­pro­to­koll von 1696 mit 31.11 bzw. 29.3 M.S unter „War­wen“ auf­ge­führt wird (LAS 102 X 164) – dann wäre er der mit Abstand größ­te Bau­er in War­fen gewe­sen.

Claus Boye wur­de zum Stamm­va­ter der kurz­le­bi­gen Dynas­tie der Boi­en auf Josen­burg: Der Sohn und Lan­des­ge­voll­mäch­tig­te Peter Boie (* 5.2.1692; † 25.10.1750) begrün­de­te durch Hei­rat und Land­kauf den Groß­hof Josen­burg (JOS), den der Enkel, der Bau­ern­schafts­ge­voll­mäch­tig­te und kurz­zei­ti­ge Kirch­spiel­vogt Claus Boie (* 1.6.1735; † 5.1.1792), genannt „Claus der Rei­che“, erb­te. Der zwei­te Enkel, der Lan­des­ge­voll­mäch­tig­te Johann Boie (* 29.11.1741; † 19.7.1784), war 1781 der Bau­herr des so genann­ten „Schmielau-Hofs“ in der Lehe, der 1964 abge­baut und dann im Frei­luft­mu­se­um Molf­see bei Kiel wie­der errich­tet wur­de. Die Inschrift über dem Diel­en­tor und die Mau­er­an­ker zeu­gen noch heu­te von dem Erbau­er Johann Boie und des­sen Frau Mar­ga­re­tha. Sowohl Claus der Rei­che als auch Johann sowie ihre Schwes­ter Mag­da­le­na („Mar­le­na“, * 20.10.1738; † 28.6.1792) star­ben ohne Nach­kom­men (JOS).

Inschrift über der Diel­en­tür des Schmielau-Hofs in der Lehe, © bfeil

Mau­er­an­ker mit dem Mono­gramm JBo­je (Johann Boje), © bfeil

Mau­er­an­ker mit dem Mono­gramm FMB (Frau Mar­ga­re­tha Boje, 1756 bis 1793), © bfeil

Der zwei­te Bru­der von Wilcken Boye I hieß wie der Vater Johann. Schon 1695 hat­te Johann Boye der Jün­ge­re, wie er zur Unter­schei­dung von sei­nem Vater genannt wur­de, 18.3.6.9 M.S.R.F von sei­nem Schwie­ger­va­ter Peters Drees erwor­ben. Zusam­men mit den 1.4.10.10 M.S.R.F, die er eben­falls 1695 von sei­nem Vater Johann Boye d. Ä. erhal­ten hat­te, ver­füg­te er nun über einen beacht­li­chen Hof von 19.7 M.S Grö­ße (LAS 102 S-Dithm. X 164 I). Im Umschreibe­pro­to­koll von 1699 (LAS 102 S-Dithm. X 163) wird Johann Boye d. J. mit 26.11.37.2 3/8 M.S.R.F geführt, nach­dem er sich kurz zuvor den väter­li­chen Hof mit sei­nem Bru­der Wilcken geteilt hat­te. In dem Stamm­ta­fel­frag­ment von 1898 heißt es, Wilcken und Johann hät­ten „den väter­li­chen Hof von ihren Geschwis­tern erwor­ben“. Um 1700 besaß Johann Boye den dritt­größ­ten Hof in der Bau­erschaft Oster­moor.

Laut W. John­sen soll Johann Boye der Jün­ge­re 1725 26.4 M.S beses­sen haben, 1727 wer­den 6.2 M.S „ver­lo­re­nen Lan­des“ abge­bucht (BHS 20). Wie sein Bru­der Wilcken Boye I ver­ließ er wegen der Aus­dei­chung die Bau­erschaft Oster­moor und leb­te bei sei­nem Sohn Wilcken (* 20.1.1705; † 20.2.1782) in War­fen (JOS 7), wo er 1734 starb. Der Oster­moo­rer Hof wur­de nach dem Tode Johanns offen­bar auf­ge­löst (LAS 102 Ksp. Bruns­büt­tel 331). Der Sohn Wilcken besaß in den 1740er Jah­ren jedoch noch etwas Land im Neu­en Koog (LAS 102 AR 1740). Von sei­nem gut 23 M gro­ßen War­fe­ner Hof ver­kauf­te er 1750 19 M an Peter Dree­ßens Kin­der (JOS 7). Im Jah­re 1764 erscheint Wilcken Boye als „Wilcken Boye aufm Oster­mohr“ dann mit 18.14.34.11 M.S.R.F im Acker­schatz­re­gis­ter des Neu­en Koo­ges (LAS 102 Ksp. Bruns­büt­tel 327). Offen­bar wur­de der Erlös aus dem War­fe­ner Hof für den Erwerb von Län­de­rei­en im Neu­en Koog ver­wen­det. Von Wilckens Kin­dern erreich­ten nur ein Sohn (Boie) und eine Toch­ter (Catha­ri­na) das Erwach­se­nen­al­ter. Boie Boie war Epi­lep­ti­ker und ertrank am 21. Juni 1767 nach einem Anfall in Oster­moor auf dem Wege zu dem väter­li­chen Hof in einem Gra­ben.  Die­ser Hof wur­de 1767 von Wilcken Boyes Schwie­ger­sohn Claus Kohl­saat bewohnt und wohl auch bewirt­schaf­tet. Ein Jahr nach Wilckens Tod (1782) ver­kauf­te sei­ne Toch­ter Catharina/Katrina Kohl­saat den nun 29.10 M.S gro­ßen Hof an mei­nen Vor­fah­ren Mar­ten Feil I aus Büt­tel.

Gedenk­plat­te an die ers­te Pre­digt in der nach einem Brand wie­der auf­ge­bau­ten Kir­che in Bruns­büt­tel im Jah­re 1924. Hin­richs Johans Hin­rich, der Cou­sin von Wilcken Boye I, war damals im Vor­stand der Armen­kis­te.

 

Hof

Durch die Aus­dei­chungs­maß­nah­men nach 1685 ver­lor Johann Boye 6.13 M.S Land (LAS 66, 4453). Das Acker­schatz­re­gis­ter von 1686 wider­spie­gelt wahr­schein­lich die nach­he­ri­gen Besitz­ver­hält­nis­se. Danach war der Hof von Johann Boie dem Älte­ren 28.9.29.3 5/8 M.S.R.F groß,1695 besaß Johann dann einen 25.2 M.S gro­ßen Hof, und 1699 umfass­te der Hof noch 22.3 19.15 3/8 M.S.R.F. Etwas Land (1.4.10.10 M.S.R.F) hat­te Johann schon 1695 sei­nem Sohn Johann d. J. über­las­sen. Somit besaß Johann Boye der Älte­re weit mehr Land als sein Vater Boy­en Claus Boye. Lei­der habe ich bis­her kei­ne Acker­schatz­re­gis­ter für die Zeit um 1673 bis 1675 gefun­den. Die­se hät­ten mög­li­cher­wei­se Auf­schluss dar­über gege­ben, ob Johann den Hof sei­nes Vaters Boy­en Claus Boye über­nahm und dann erwei­ter­te oder gegen einen ande­ren ein­tausch­te.

Zeit

Nach der Sturm­flut von 1674, die den gesam­ten Fle­cken Bruns­büt­tel zer­stör­te, wur­de 1675 beschlos­sen, den Ort land­ein­wärts zu ver­le­gen. Die­ses geschah 1676, aber schon 1654 war in wei­ser Vor­aus­sicht ein neu­er Kirch­hof ange­legt wor­den – „die Toten wur­den den Leben­den vor­aus­ge­schickt“, wie Wil­helm John­sen es so tref­fend for­mu­lier­te. Natür­lich muss­te auch die Kir­che trans­lo­ziert wer­den. Die Finan­zie­rung die­ses Pro­jekt gestal­te­te sich schwie­rig. Johann Boye gehör­te zu den größ­ten Geld­ge­bern sei­ner Bau­erschaft und muss­te 1677 den Höchst­satz von 100 Mark für den Wie­der­auf­bau der Kir­che spen­den. Die neue Kir­che wur­de am 16. Novem­ber 1679 ein­ge­weiht.

Oster­moor wur­de wie­der ein­mal von schwe­ren Sturm­flu­ten heim­ge­sucht. 1684 gin­gen durch die Ver­le­gung des Elb­deichs nach Nor­den 10 Häu­ser und 88 Mor­gen Land ver­lo­ren, 1685 dann noch­mals 40 Häu­ser und 101 Mor­gen Land. Die Novem­ber­flut von 1685 zer­riss den Elb­deich eini­ge hun­dert Meter west­lich des Hols­ten­gra­bens und über­schwemm­te den gesam­ten öst­li­chen Teil des Kirch­spiels Bruns­büt­tel. Der 1575 fer­tig gestell­te Deich zwi­schen der Bau­erschaft Oster­moor und Büt­tel wur­de auf­ge­ge­ben und durch einen Deich ersetzt, der wei­ter land­ein­wärts errich­tet wur­de. Der neue Deich wur­de 1686 und 1687 von Sol­da­ten gebaut und daher Sol­da­ten­deich genannt. Johann Boye besaß 6.6 M.S zwi­schen dem Sol­da­ten­deich und dem Hols­ten­gra­ben, die aus­ge­deicht wur­den.

Scholten Soldatendeich

Geplan­te Deich­bau­ten in der Bau­erschaft Oster­moor, Skiz­ze vor­ge­legt am 15. Feb­bru­ar 1687 (Elbe unten, am lin­ken Rand befin­den sich heu­te die Schleu­sen, am rech­ten Rand Büt­tel mit dem Alten Moor­deich, oben rechts das Wüs­te Moor). Von dem Außen­deich, das Boy­en Claus Boye bzw. sei­ne Erben bis min­des­tens 1672 ver­steu­er­ten, ist nichts mehr zu erken­nen. Man beach­te den Ver­lauf der Wur­ten­rei­he. Zum Zwe­cke der bes­se­ren Ori­en­tie­rung habe ich der Skiz­ze die in rot gehal­te­nen Ele­men­te hin­zu­ge­fügt, Stand etwa 1970 bis 1980:
   KW = Koogs­weg
   SS = alter Schul­steig
   HF = Hof Wil­li Feil
   OT = Ostertweu­te
   LD = Lütt Dörp
   HS = Hof Sie­vers
   AM = Alter Moor­deich
   K75 = Land­weg bzw. alte B5
   KKW = Kern­kraft­werk
Die Kar­te wur­de Fischer (1957) ent­nom­men, wel­cher als Quel­le das Archiv Deutsch-Nien­hof Nr. 280 angibt.