Johann Boye der Ältere

* zir­ka 1630; † zir­ka 1698 (Alter: zir­ka 68 Jah­re)

Zur Unter­schei­dung von sei­nem Sohn Johann wur­de er „der Älte­re“ genannt. Er war um 1686 der größ­te Land­be­sit­zer in der Bau­erschaft Oster­moor. Sein Hof­stel­le und das meis­te Land dürf­ten sich in der Nähe des spä­te­ren Koogs­wegs, nahe dem Land­weg, befun­den haben.

⚭ der Über­lie­fe­rung nach mit Tel­sche Peters († 1709/1710), laut Über­lie­fe­rung Toch­ter des Peter Peters und der Ant­je Peters aus Oster­moor. Das Amts­re­gis­ter von 1642 berich­tet aller­dings von „Peter Peters Fraw Anke“ (LAS AR 102 1642). Ein Peter Peters tritt 1640 als Zeu­ge einer Schuld­an­er­kennt­nis durch Ties Johanns Claus Hen­ning in Erschei­nung (KKA-MED).

Kinder
  1. Tel­sche (* zir­ka 1657; † nach 5.2.1692)
    ⚭ mit Hin­richs Johann Hin­richs. Hin­richs Johann war von 1691 bis 1694 im Vor­stand der Armen­kis­te des Kirch­spiels Bruns­büt­tel.

Kin­der der Tel­sche

  1. Hin­rich (* zir­ka 1695)
    ⚭ mit Anna („Ant­je“), wahr­schein­lich Tewes NN (Tewes Tewes?) Toch­ter. Die ver­wit­we­te Anna Hin­richs hei­ra­te­te 1696 den Onkel ihres Ehe­manns Wilcken Boye I, wovon ein noch erhal­te­ner Dis­pens (LAS AR 102 1696) zeugt.
  2. Hin­richs Johann († 1728)
    Hof­be­sit­zer in Oster­moor (1717: 19.11 M.S, Quel­le: LAS 102 Ksp Bb 326), leb­te spä­ter als „Hin­richs Johanns Hin­richs“ in Wes­ter­belm­hu­sen
    ⚭  1712 mit Ant­je Acker­mann (* 1689; † 23.6.1762) aus Oster­moor.
    Kin­der: Tel­sche, Gret­je, Tel­sche, Sil­je, Johann, Ant­je, Harm, gebo­ren zwi­schen 1712 und 1726, von denen 1762 noch zwei Töch­ter (Tel­sche Peters, Ant­je Peters bzw. spä­ter Wolfs­dorf) und der Sohn Harm leb­ten. Der Sohn Johann wur­de am 7. Janu­ar 1721 im Hau­se von Johann Clau­sen (* 19.4.1689; † 8.3.1750) „im Koo­ge beym Oster­moor“ auf der Flucht nach der Neu­jahrs­flut 1720/21 gebo­ren. Die Fami­lie Hin­richs leb­te auf dem spä­te­ren Schmidtschen Hof (BHS 223).
  1. Claus (* um 1659; † 1696) [wei­te­re Anmer­kun­gen →wei­ter unten]
    ⚭ mit Anna Cath­ri­na Gude (〰 3.4.1666; † ?), Toch­ter des Edde­la­ker Pas­tors Peter Gude (* 1618; † 1672, JOS) und der Sil­je Boie, Toch­ter des Boi­en Peter, Kirch­spiel­vogt von Edde­lak. Claus soll Eigen­tü­mer der Län­de­rei­en der spä­te­ren Höfe Holst und Schoof in Edde­lak gewe­sen sein (CE 71ff). Die Wit­we ver­hei­ra­te­te sich am 6. Novem­ber 1698 mit dem Lan­des­ge­voll­mäch­tig­ten Johann Peters Kin­der (alle in War­fen Ksp. Edde­lak gebo­ren)

Kin­der des Claus

  1. Johann (〰 5.4.1684; † ?)
  2. Ant­je (〰 10.10.1687; † 19.11.1759)
    I ⚭ 12. Mai 1711 mit Johann Seve­rin (〰 25.3.1690; † 11.3.1724) (drei Söh­ne, zwei Töch­ter, davon sie über­le­bend Claus in Behm­hu­sen, Johann in Kan­ne­moor und Dort­he Süel­sen)
    II ⚭ 22. Janu­ar 1726 mit Hin­rich Kohl­saat (* 8.6.1694; † 29.11.1756) in Wes­ter­büt­tel, Sohn des Hans Kohl­saat aus Oster­moor, ein „stil­ler und beque­mer gast­li­cher Mann“, meh­re­re Kin­der
  3. Peter (* 5.2.1692; † 25.10.1750)
    I ⚭ 12. Okto­ber 1713 mit  Ant­je (* 9.7.1697; † 6.5.1722), Toch­ter des Haus­mann Mar­tens Tewes und des­sen Frau Trincke aus Josen­burg
    II ⚭ 10. Mai 1723 mit Mag­da­le­na NN (; † 26.2.1724, starb im Kind­bett, alt „35 Jah­re, 22 Wochen, 3 Tage“), Wit­we des Jacob Jacob­sen in Olde­bur­wör­den
    III ⚭ 31. Janu­ar 1732 mit Trin­ke Peters ver­wit­we­te Boie (* 14.10.1702; † 9.4.1776), Toch­ter des Lan­des­ge­voll­mäch­tig­ten Claus Peters in der Lehe, Wit­we des Johann Boie aus der Lehe, dem ältes­ten Sohn des Wilcken Boye I. Alle Kin­der aus der Ehe mit Ant­je Tewes (I ⚭) „die ihm der güti­ge Gott von ihr gab, nahm der Herr von ihm weg“; auch der Sohn aus der Ehe mit Mag­da­le­na Jacob­sen (II ⚭) starb früh; über­le­ben­de Kin­der aus der Ehe mit Tri­en­ke Peters ver­wit­we­te Boie (III ⚭): Claus „der Rei­che“, Johann, Mag­da­le­ne, sie­he unten. Peter Boie war der Begrün­der des Groß­hofs Josen­burg, ein „stil­ler, beschei­de­ner, christ­li­cher und hoch­ver­nünf­ti­ger Mann“ und „wohl­ver­dien­ter Lan­des­ge­voll­mäch­tig­ter“ (JOS).
  4. Tel­sche (* 2.12.1694; † ?)
    ⚭ 14. Novem­ber 1715 mit Cars­ten Cars­tens (* 6.10.1692; † ?), Sohn des Claus Cars­tens in der Lehe, Toch­ter Ant­je (* 3.6.1716; † ?)
  1. Johann (* 1666; † 8.5.1734, „reich­lich 67½ Jah­re alt“)
    Hof­be­sit­zer in Oster­moor, genannt „Johann Boye der Jün­ge­re“ oder „Johann Boye aufm Öster­moor“
    ⚭ mit Anna („Ant­je“) Dree­ßen († >26.1.1727), Toch­ter des (Rei­mers Geels Johans) Peters Drees in Oster­moor. Johann leb­te spä­ter bei sei­nem Sohn Wilcken in War­fen. Er gehör­te von 1706 bis 1709 dem Vor­stand der Armen­kis­te des Kirch­spiels Bruns­büt­tel an. 1726 ver­steu­er­te er 26.4 M.S Land in Oster­moor (LAS 102 X 166).

Kin­der des Johann (alle in Oster­moor gebo­ren)

  1. Johann (* ?; † 3.7.1726)
    ⚭ 1. Mai 1722 mit Mar­ga­re­the Peters (* 2.12.1695; † 10.3.1776), Toch­ter des Pauls Peter (= Peter Paul­sen) und der Mag­da­le­na Jan­sen in Sös­men­hu­sen; Sohn Peter (* 3.4.1723; † 27.10.1784), des­sen Kin­der mit Sil­je Peters früh ver­star­ben. Laut Ver­trag vom 13. Mai 1722 kauf­te Johann von sei­nem Schwie­ger­va­ter Pauls Peter in Sös­men­hu­sen 7 M Land (LAS 102.12 36).
  2. Tel­sche (* 1697/98; † 9.4.1769), starb 71jährig
    ⚭ nach dem 6. April 1720 mit Jür­gen Acker­mann († 14.5.1738), Sohn des Harm Acker­mann († 1707/08) und der NN († 1712/1713), leb­te in Oster­moor „im Koo­ge“ (= Alten­koog); von acht Kin­dern (ein Sohn, sie­ben Töch­ter) über­leb­ten sie ein Sohn (Harm, * 24.11.1720; † 24.2.1790) und drei Töch­ter, alle ver­hei­ra­tet. Tel­sche starb als „Ehren­groß­mutter“ (= Urgroß­mutter). Jür­gen Acker­mann besaß im Jah­re 1726 8 M 14 S Land (LAS 102 X 166).
  3. Drees (* 1699; † 14.11.1756)
    starb 57jährig, unver­hei­ra­tet und ohne Kin­der zu hin­ter­las­sen in Oster­moor
  4. Mar­greth (〰 14.4.1703; † ?)
  5. Wilcken (* 4.5.1705; † ?)
  6. Wilcken (* 20.3.1707; † 20.2.1782)
    „Wilcken Boye aufm Oes­ter­mohr“, hat­te einen Hof in War­fen, dann in Oster­moor, spä­ter Haus­mann und Gevoll­mäch­tig­ter im Neu­en Koo­ge
    I ⚭ 22. Febru­ar 1735 mit sei­ner Cou­si­ne Ant­je Peters (* 5.2.1717; † 1.10.1735) aus Wes­ter­büt­tel, Toch­ter des Haus­manns Micheels Johann Peters und der Gret­je Boi­en (sie­he unten), ein Sohn (Boie, * 12.6.1735; † 21.6.1767)
    II ⚭ 3. Juli 1737 mit Mar­gre­the Feltjen (* 31.8.1718; † 19.9.1761), Toch­ter des Johann Feltjen und der Tri­en­ke NN in Behm­hu­sen, vier Kin­der, dar­un­ter Catha­ri­na (* 19.5.1739; † 10.5.1795), ⚭ mit Claus Kohl­saat aus Oster­moor, Koogs­ge­voll­mäch­tig­ter im Neu­en Koo­ge
    III ⚭ 19. April 1765 mit der Schwes­ter sei­ner ers­ten Frau und Cou­si­ne, der Wit­we Tel­sche Kars­tens (* 10.6.1699; † 9.3.1768), Toch­ter des Haus­manns Micheels Johann Peters und der Mar­ga­reth Boi­en aus Wes­ter­büt­tel.
  7. Catha­ri­na (* 20.8.1709; † ?)
  8. Claus (* 21.8.1712; † ?)
  1. Wilcken (* 14.9.1670; † 29.11.1747)
    mein Vor­fahr, mehr über ihn →hier
  2. NN (Sil­je?) (;† 1715/16)
    ⚭ mit Claus Bun­ge († 1715/16) in Oster­moor, Sohn des Claus Bun­ge († 1693?); 1699 Eigen­tü­mer von gut 10 M Land (LAS 102 X 163). Der Name „Sil­je“ ergibt sich über­ein­stim­mend aus der Bena­mung der drit­ten Toch­ter und der von Töch­tern von Claus und Boje. Er wäre auch inso­fern logisch, dass die Groß­mutter väter­li­cher­seits, die Frau von Boy­en Claus Boye, eben­falls Cil­lie hieß.

Kin­der der NN (alle in Oster­moor gebo­ren). Ein Kind der Bun­ges leb­te 1718 bei Johann Kohl­saat (Hin­richs Sohn).

  1. Ant­je († nach 26.6.1733)
    ⚭ mit Mar­ten Mei­nert (* 1691; † 29.3.1766), Sohn des Arri­en Mei­nert († 1706/07) in Oster­moor. Der ver­wit­we­te Mar­ten hin­ter­ließ drei Söh­ne (Claus, Hin­rich, Johann).
  2. Tel­sche (* 1700; † 7.3.1772), eine unehe­li­che Toch­ter namens Ann Mar­ga­reth (* 28.2.1724) mit Jochim Kräh­mer auf dem Land­stie­ge in Mar­ne, bei dem sie dien­te
    ⚭ 27. Okto­ber 1742 mit Johann von Leh­fern, Lein­we­ber in Oster­moor. Tel­sche hat­te zudem einen unehe­li­chen Sohn ([] 2.3.1736) und wur­de zuletzt von der Armen­kas­se unter­stützt.
  3. Johann (〰 3.3.1702; † ?)
  4. Sil­je (〰 3.4.1703; † ?)
  5. Claus (* 1.12.1704; † ?)
  6. Claus (* 15.1.1706; † ?)
  7. Boje (* 14.5.1707; † 11.1.1741)
    ⚭ 11. Mai 1732 mit Tri­en­ke Hen­nings (* 14.1.1708; † 30.1.1751), Toch­ter des Johann Hen­nings und der Ant­je Maaßen aus War­fen, leb­te in Oster­moor, zwei Söh­ne und drei Töch­ter, von zwei Töch­tern (Gret­je und Sil­je) über­lebt. Die Wit­we hei­ra­te­te am 1. Sep­tem­ber 1743 den Arbeits­mann Cars­ten Lüder aus Sees­ter, mit dem sie ein Kind hat­te. Sie wohn­te wei­ter­hin in Oster­moor und wur­de von drei Kin­dern über­lebt.
  8. Claus (* 26.12.1710; † 7.2.1762)
    I ⚭ mit Mar­ga­re­tha Ehlers aus Ketels­büt­tel
    II ⚭ mit Ant­je NN (* 1711; † 21.6.1753), wur­de von zwei Söh­nen (Claus, † 1797 in Wes­ter­büt­tel und Hans) über­lebt. Er war Unter­cons­ta­bler im Artil­le­rie-Corps des Gene­ral­leut­nants Eze­chi­as Levin Arentsk­jold (* 1682; † 1744) in der Kom­pa­nie des Majors Har­bou, ging spä­ter wie­der nach Oster­moor zurück.
  1. Gret­je (* zir­ka 1686; † nach dem 20.7.1733)
    ⚭ mit dem Haus­mann Micheels Johann Peters († 26.9.1721) in Wes­ter­büt­tel

Kin­der der Gret­je (alle in Wes­ter­büt­tel gebo­ren)

  1. Tel­sche (* 11.6.1699; † 9.3.1768)
    I ⚭ 6. Novem­ber 1718 mit dem Wit­wer Andre­as Viet­zen (〰 1.11.1688; † 8.7.1720) aus Wes­ter­büt­tel, spä­ter in War­fen, Sohn des Paul Viet­zen, kei­ne Kin­der
    II ⚭ 26. Novem­ber 1722 mit Boje Cars­tens (* 10.12.1697; † 19.12.1759), Sohn des Claus Cars­tens in der Lehe, Gev. ein noch unbek. „Bojen Boje vom Oster­mohr“, das Ehe­paar leb­te spä­ter im Fle­cken Bruns­büt­tel, sechs früh ver­stor­be­ne Kin­der
    III ⚭ 19. April 1765 mit ihrem Cou­sin Wilcken Boie (* 20.3.1707; † 20.2.1782), Sohn des Johann Boye d. J. (sie­he oben)
  2. Höb­ke (* 1.2.1701; † ?)
  3. Claus (* 12.6.1702; † 24.2.1756) „aufm Teich“
    ⚭ 22. Juni 1730 mit Tri­en­ke Mingst (* 13.10.1707; † 23.11.1750), Toch­ter des Johann Mingst in Wes­ter­büt­tel, acht Kin­der, von denen drei den Vater über­leb­ten (Johann, † 1799 Schul­meis­ter in Wel­ling­hu­sen). Claus leb­te in Wes­ter­büt­tel.
  4. Höb­ke (* 1.9.1704; † 5.1.1781)
    I ⚭ 1724 mit Peter Seve­rin († 1728), Sohn des Haus­manns Peter Seve­rin in Wes­ter­büt­tel, zwei Kin­der
    II ⚭ 28. Novem­ber 1730 mit Peter Micheel­sen (〰 11.8.1705; † 9.4.1732) in Wes­ter­büt­tel, Sohn des Micheel Peters, ein Sohn
    III ⚭ 23. Febru­ar 1734 mit dem Haus­mann und Lan­des­ge­voll­mäch­tig­ten Claus Lau (* 4.2.1706; † 22.9.1774) in Wes­ter­büt­tel, Sohn des „Claus Lau aufm Din­gen“, sechs Kin­der
  5. Johann (* 26.9.1706; † ?)
  6. Job (* 24.9.1708; † 10.4.1755)
    ⚭ 14. Mai 1739 mit Gesche Lau (* 25.8.1723; † 29.4.1755), Toch­ter des Hans Lau und der Catha­ri­na Peters in Behm­hu­sen, die hin­ter­las­se­ne Wit­we starb im Wochen­bett, acht Kin­der, wovon zwei Söh­ne und zwei Töch­ter die Mut­ter über­leb­ten. Job leb­te in Wes­ter­büt­tel und war Kirch­spiel­ge­voll­mäch­tig­ter sowie Kir­chen­bau­meis­ter.
  7. Ant­je (* 5.9.1712; † ?)
  8. Ant­je (* 5.2.1717; † 1.10.1735)
    ⚭ 22. Febru­ar 1735 mit ihrem Cou­sin Wilcken Boie, dem Sohns des Johann Boye d. J., ein Sohn (Boie, * 12.6.1735; † 21.6.1767)
  9. Boie (* 10.7.1719; † 17.11.1764)
    I ⚭ 19. April 1746 mit Ant­je Piehl (* 27.3.1711; † 25.11.1750), Wit­we des Krug­wirts und Schif­fers Con­rad Hin­rich Piehl im Fle­cken Bruns­büt­tel
    II ⚭ mit Anna Hen­richs (* 9.1.1724; † 18.10.1781), Toch­ter des Hin­richs Johann Hin­richs (Sohn der Tel­sche Boye) und der Ant­je Acker­mann aus Oster­moor, dann Wes­ter­belm­hu­sen; fünf Kin­der; Boie Peters war Krug­wirt und Mak­ler im Fle­cken Bruns­büt­tel; er hin­ter­ließ zwei Töch­ter, von denen Anna (⚭ mit Micheel Peters in Wes­ter­büt­tel) 1781 noch leb­te.

Der Über­lie­fe­rung zufol­ge soll Johann Boye d. Ä. drei ver­hei­ra­te­te Söh­ne (Claus, Johann, Wilcken) und drei ver­hei­ra­te­te Töch­ter (alle NN) gehabt haben. In Anbe­tracht der dama­li­gen Gepflo­gen­hei­ten bei der Namens­ge­bung soll­ten vor Tel­sche (sie­he oben) noch zwei Mäd­chen namens Sil­je und Ant­je (das sind die Namen der bei­den Groß­müt­ter) gebo­ren wor­den sein. Auch fehlt in der Lis­te ein nach dem Groß­va­ter müt­ter­li­cher­seits benann­ter Sohn namens „Peter“, wel­cher zwi­schen Claus und Johann gebo­ren sein könn­te. Von allen drei­en habe ich bis­her kei­ne Spu­ren fin­den kön­nen – sie sind wohl früh ver­stor­ben.

Wahr­schein­lich gehör­te Johann Boye zu den Erben des Boy­en Claus Boye, deren Ver­ge­hen im Brü­che­re­gis­ter von 1673 (LAS 102 AR S.-Dithm. 1673) auf­ge­zeich­net ist. Dort heißt es:

Boy­en Claus Boy­en Erben auffm Öster­mohr sind des­we­gen zu Regis­ter geset­zet, daß Sie mit Hin­ter­hal­tung des H. Landt­vogds Beschei­des den 3. Mar­ty per Sup­pli­cem ein anders Decre­tum von dem­sel­ben erschlei­chen wol­len, und da Ihnen nach sol­chem Beschei­de Inven­ta­ri­um zu ediren auf­fer­le­get, deßen uner­weh­net die Theil­lung suchen wol­len, d. 6. Märtz.“

Von Johann Boye d. Ä. fin­det man noch wei­te­re Ein­trä­ge im Brü­che­re­gis­ter:

1677

Claus Stein hat auff Johann Boy­en auffm Öster­mohr 3 Löcher im Kopff, deren 2. ohn­ge­fähr 2 Zol­len lang, und das drit­te rund gewe­sen, ver­zeich­nen laßen, nebst einem blau­en Auge, auch die Schul­ter etwaß gefär­bet, wozu Jacob Sie­richs in Bell­men­hu­sen auch mit­ge­hol­fen, d. 4. Aug. 1677.“

1677

Johan­nes Lüß­ner ein Ocu­list hat ange­ge­ben einen bösen Scha­den aufm Kopff, tieff biß auffs Cra­ne­um nebst einer Beu­len, so mit Blut unter­lauf­fen, und berich­tet, dass Ihm sol­ches Johann Boÿe auffm Öster­mohr getahn. d. 8. Okt.“

Zusatz­be­mer­kung:

Der Kle­ger ist wech gezo­gen.“

Wei­te­re Ein­trä­ge in das Brü­che­re­gis­ter, die Söh­ne, Schwie­ger­söh­ne und Enkel von Johann Boye d. Ä. betref­fend:

1697

Hanß Schweert­man bekla­get Johan Boye aufm Öster­mohr, dass er ihn nicht allein ini­ury­ret, son­dern auch geschla­gen, Scha­den zuge­fügt und mit Füßen nach ihn gesto­ßen. Den 25. Sept. 1697“

[Hanß Schweert­man war der Mül­ler]

1701/02

Hein­rich Klop­pen­burg aus dem Büt­tell Kirch­spiels St. Mar­ga­re­then soll sich mit Hans Cars­tens aufm Oster­mohr, auch nach­ge­hends mit Johann Boy­en daselbst geschla­gen haben, wobey auch Wilcken Boye, Harm Acker­man und Peter Ram sich inter­es­si­ret. 11. Nov. 1700.“

1703

Hans Schwer­d­man Mül­ler von Öster­mohr hat gekla­get, daß Claus Bun­ge auf Johan Tie­ßen Hoch­zeit ihn vom Stu­el hei­ßen auf­ste­hen und wie er sol­ches ver­wei­gert, für einen Schellm und Dieb geschol­ten anbey zum schla­gen pro­vo­ci­ret, d. 6 Dec. 1701.“

1707

Claus Hin­richs in der Lehe hat gekla­get, daß Johann Boye aufn Oster­mohr wie er ihn und sei­nen Gehül­fen ent­bo­ten, wie er kaum gekom­men, ihn nicht allein ini­uri­ie­ret son­dern auch mit sei­nem Ste­cken geschla­gen und her­lich zuge­rich­tet. d. 28 Sept. 1707.“

1711

Johann Kolt­mann kla­get, daß er mit Wilcken Boye Schlä­ge­rey gehabt, also daß in dem fal­len und Schla­gen er selbst eine Wun­de an sei­nem Auge und eine am Haupt beko­men, so auf Öster­mohr gesche­hen. d. 6. Mar­ty 1711.“

1711

Seel. Claus Boy­en Erben alß Peter Boye et Gehülf­fen haben sich die exe­cu­ti­ve nicht thun las­sen wol­len, wei­len schon die 14 tägi­ge Ein­pfän­dung längs­tens ver­stri­chen, nach­ge­hends aber hat er sich ger­ne ver­glei­chen wol­le, daher er zu Brü­che gebracht wird. 1711, d. 30. Nov.“

 1723

den 16. Aug. hat Mar­ten Dohrn aus dem Koe­ge beym Büt­tel [Alten­koog], Johann Boy­en aufm Öster­mohr ste­hen­de Scheu­ne nie­der­ge­bro­chen, ohn­ge­ach­tet, ich ihn sol­ches ver­bie­ten las­sen.“

[Im Som­mer 1723 stand die Scheu­ne von Johann Boye also noch im aus­ge­deich­ten Oster­moor, er wohn­te offen­bar aber nicht mehr dort.]

1723

Ao. 1723 den 29. Mar­tii als am Oster Mon­ta­ge unter der Pre­digt, ist Johann Boye vom Öster­mohr [es han­delt sich um den Sohn des Johann Boye d. J.], in Paul Peters Hau­se in Ses­te­men­hu­sen gekom­men, hat die Pie­sel Thürr mit Gewalt auf­ge­bro­chen, und dar­aus eini­ge Sachen weg­ge­nom­men, so Pauls Peters Zuge­hö­ren.“

1725

Am 26. April klag­te Johanns Johann das Wilcken Boy­en Sohn Tewes Boye ihn in Hin­rich von Essens Hau­se ohne eine gege­be­ne Ursa­che ange­fal­len umd im Gesich­te geschla­gen, daß er davon blut­rüns­tig gewor­den. Kspr.“

[Vor­fall im Kirch­spiel Edde­lak, wahr­schein­lich Wes­ter­büt­tel]

1726

Tri­encke Man­gels aus Bruns­büt­tel ist ihrer geta­nen gerichtl. Aus­sa­ge nach Ao 1725 von Michel Johanns Peters Witt­wen Sohn nah­mens Claus Peters in Wes­ter­büt­tel in Johann Frau­ens Haus geschwän­gert, und von Johann Boy­en Sohn Johann [wohl der Cou­sin des Claus Peters und ältes­te Sohn des Johann Boye, er leb­te in Sös­men­hu­sen] den letz­ten Wey­nach­ten Tag nach Ham­burg gebracht alwo sie des Kin­des gewe­sen“

Anmer­kung am Rand:

Stu­pa­tra [die Geschwän­ger­te] ist bet­tel­arm und mit dem Anfall woge­stalt behaf­tet, daß kei­ne Hof­nung, daß sie davon gene­sen wer­de: und weil sie also auch cor­po­re nicht büßen kann wür­den die Brü­che ihren­th­we­gen weg­fal­len. Wegen des Stu­pra­to­ris [Schwän­ge­rers] wird die Sache aus­ge­set­zet biß die Aus­set­zung in der Noth von der Stu­pa­tra ein­ge­bracht.“

1736

den 5ten Nov. klag­te Boje Boje, Claus Bojen Sohn in Behm­hu­sen, daß ver­gan­ge­ne Nacht zwi­schen 4ten und 5ten Nov: Wilcken Boje aufn War­fen [Sohn des Johann Boye aufm Oster­mohr], itzo Eyd­ge­schwo­re­ner, ihn ohne Ursa­che, in Claus Diercks Hau­se mit einem Bier Kru­ge nach dem Kopf geworf­fen, wor­auf der­sel­be Job Peters [Sohn der Gret­je Peters geb. Boye, also der Cou­sin des Wilcken Boye] aus Wes­ter­büt­tel ange­reit­zet, Klä­gern zu schla­gen, da dann Job Peters Klä­gern rück­lings nie­der­ge­sto­ßen, auf der Banck, wor­auf Johann Kiel auch Eyd­ge­schwo­re­ner Klä­gern bey den Haa­ren zu fas­sen gekriegt und geschla­gen, gleich dann alle drey Beklag­ten Klä­gern der­ge­stalt geschla­gen, daß der­sel­be blutloß gewor­den.  Wie nun die­ses in der Nacht gewe­sen, mit­hin Claus Diercks in Edde­lak gegen Ihro Königl. Maytt: aller­gnä­digs­te Ver­ord­nung nach 9 Uhr sit­zen­de Gäs­te gehabt, so muß der­sel­be anzei­gen, wel­che Gäs­te, der der­sel­be meh­re­re in sol­cher Nacht gehabt, es gewe­sen, und sol­che nahm­hafft machen. den 4teh Novembr: als am Sonn­tag hat Claus Diercks nach­fol­gen­den Gäs­te in sei­nem Hau­se nach 9 Uhr sit­zen gehabt, als Boje Boje, Peter Schrö­der, Claus Ostt, Hans Lau [Schwie­ger­va­ter des Wilcken Boye II], Hans Ohlen­borg, Johann Hin­richs, und Samu­el Hart­nack“

am Rand:

Der Wirth Claus Diercks büßet an der Armen Cas­se Ein Reichstha­ler. Alle ange­ge­be­nen Gäs­te büßen an der Armen Cas­se = also jeder …“)

1751

Anno 1751 den 8ten Febru­ar klag­te Wilcken Boye vom Öster­mohr [der Sohn von Johann Boye d. J.] per Cita­tio­nem daß Peter Kohl­saat in Söst­mann­hu­sen ihm am 29. Jan. c: a: aufm Bruns­büt­te­ler Außen­teich mit har­ten Wor­ten ange­fah­ren, ihm einen gro­ßen Stock vorm Kopf gehal­ten und zu schla­gen gedro­het, auch sonst inju­ri­en­he Wor­te wie­der ihn aus gesto­ßen.“

1751

4. May kla­get Boje Peters in Bruns­büt­tel [der Gast­wirt in Bruns­büt­tel und Sohn von Gret­je Peters geb. Boye], daß Peter Kru­se in Kattre­pel betrun­ken in sein Hauß gekom­men und ihm sehr vie­le Unru­he gema­chet, alle Gäs­te zum schla­gen her­aus­ge­for­dert, inson­der­heit Peter Süel­ßen, wel­cher unter sei­nen Hän­den ster­ben sol­te, und Hin­rich Scho­ma­ker wegen der im ver­wi­che­nen Jahr ein­ge­klag­ten Brü­che, daß also Boje Peters, da alles bit­ten und zure­den nichts hel­fen wol­len, gezwun­gen ihn anzu­grei­fen und hin­aus zufüh­ren, weil er ihm alle sei­ne Gäs­te gestö­ret, wor­auf er ihm aber die Fin­ger in die Haa­re und die Dau­men in die Augen geset­zet, wovon ein Auge ganz blau gewor­den, und in dem ange­sicht sehr zer­krat­zet, auch hat er her­nach Hanß von Eßen vom Öster­mohr ange­grif­fen und sich mit ihm geschla­gen“ (4 Rth Stra­fe)

1751

den 19ten May kla­get Claus Bun­gen vom Öster­mohr Ehe­frau Mar­ga­reth, daß Marx Wit­trocks Ehe­frau Gret­je, wie Sie deren Schwein aus ihrem Gar­ten jagen wol­len, Sie ange­grif­fen, und ihr einen Schaufel=Stiel aufm Lei­be ent­zw­ey geschla­gen, wovon sie auf ihre Rücken und Schul­ter braun und blau gewe­sen, wie sie es alß bey der Anga­be vor­ge­wie­sen.“

Wir kön­nen dem ers­ten Ein­trag in das Brü­che­re­gis­ter ent­neh­men, dass Boy­en Claus Boye 1673 oder eini­ge Jah­re zuvor ver­stor­ben war. Wenig spä­ter, im Jah­re 1677, muss­te Johann für die neue Bruns­büt­te­ler Kir­che spen­den.

An die­ser Stel­le ein paar Wor­te zum Schick­sal der bei­den Brü­der von Wilcken Boye I:

Der ältes­te der drei Brü­der Claus (* um 1658; † 1696) (Ster­be­jahr aus CE 72) ver­hei­ra­te­te sich mit Anna Catha­ri­na Gude, der Toch­ter des Edde­la­ker Pas­tors Petrus bzw. Peter Gude (* 1618; † 1672) und war Eigen­tü­mer der spä­te­ren Höfe von Schoof und Holst an der heu­ti­gen Bahn­hof­stra­ße in Edde­lak (CE 71ff). Er könn­te der Claus Boÿe sein, der im  Umschrei­be­pro­to­koll von 1696 mit 31.11 bzw. 29.3 M.S unter „War­wen“ auf­ge­führt wird (LAS 102 X 164) – dann wäre er der mit Abstand größ­te Bau­er in War­fen gewe­sen.

Claus Boye wur­de zum Stamm­va­ter der kurz­le­bi­gen Dynas­tie der Boi­en auf Josen­burg: Der Sohn und Lan­des­ge­voll­mäch­tig­te Peter Boie (* 5.2.1692; † 25.10.1750) begrün­de­te durch Hei­rat und Land­kauf den Groß­hof Josen­burg (JOS), den der Enkel, der Bau­ern­schafts­ge­voll­mäch­tig­te und kurz­zei­ti­ge Kirch­spiel­vogt Claus Boie (* 1.6.1735; † 5.1.1792), genannt „Claus der Rei­che“, erb­te. Der zwei­te Enkel, der Lan­des­ge­voll­mäch­tig­te Johann Boie (* 29.11.1741; † 19.7.1784), war 1781 der Bau­herr des so genann­ten „Schmielau-Hofs“ in der Lehe, der 1964 abge­baut und dann im Frei­luft­mu­se­um Molf­see bei Kiel wie­der errich­tet wur­de. Die Inschrift über dem Diel­en­tor und die Mau­er­an­ker zeu­gen noch heu­te von dem Erbau­er Johann Boie und des­sen Frau Mar­ga­re­tha. Sowohl Claus der Rei­che als auch Johann sowie ihre Schwes­ter Mag­da­le­na („Mar­le­na“, * 20.10.1738; † 28.6.1792) star­ben ohne Nach­kom­men (JOS).

Inschrift über der Diel­en­tür des Schmielau-Hofs in der Lehe, © bfeil

Mau­er­an­ker mit dem Mono­gramm JBo­je (Johann Boje), © bfeil

Mau­er­an­ker mit dem Mono­gramm FMB (Frau Mar­ga­re­tha Boje, 1756 bis 1793), © bfeil

Der zwei­te Bru­der von Wilcken Boye I hieß wie der Vater Johann. Schon 1695 hat­te Johann Boye der Jün­ge­re, wie er zur Unter­schei­dung von sei­nem Vater genannt wur­de, 18.3.6.9 M.S.R.F von sei­nem Schwie­ger­va­ter Peters Drees erwor­ben. Zusam­men mit den 1.4.10.10 M.S.R.F, die er eben­falls 1695 von sei­nem Vater Johann Boye d. Ä. erhal­ten hat­te, ver­füg­te er nun über einen beacht­li­chen Hof von 19.7 M.S Grö­ße (LAS 102 S‑Dithm. X 164 I). Im Umschrei­be­pro­to­koll von 1699 (LAS 102 S‑Dithm. X 163) wird Johann Boye d. J. mit 26.11.37.2 3/8 M.S.R.F geführt, nach­dem er sich kurz zuvor den väter­li­chen Hof mit sei­nem Bru­der Wilcken geteilt hat­te. In dem Stamm­ta­fel­frag­ment von 1898 heißt es, Wilcken und Johann hät­ten „den väter­li­chen Hof von ihren Geschwis­tern erwor­ben“. Um 1700 besaß Johann Boye den dritt­größ­ten Hof in der Bau­erschaft Oster­moor.

Laut W. John­sen soll Johann Boye der Jün­ge­re 1725 26.4 M.S beses­sen haben, 1727 wer­den 6.2 M.S „ver­lo­re­nen Lan­des“ abge­bucht (BHS 20). Wie sein Bru­der Wilcken Boye I ver­ließ er wegen der Aus­dei­chung die Bau­erschaft Oster­moor und leb­te bei sei­nem Sohn Wilcken (* 20.1.1705; † 20.2.1782) in War­fen (JOS 7), wo er 1734 starb. Der Oster­moo­rer Hof wur­de nach dem Tode Johanns offen­bar auf­ge­löst (LAS 102 Ksp. Bruns­büt­tel 331). Der Sohn Wilcken besaß in den 1740er Jah­ren jedoch noch etwas Land im Neu­en Koog (LAS 102 AR 1740). Von sei­nem gut 23 M gro­ßen War­fe­ner Hof ver­kauf­te er 1750 19 M an Peter Dree­ßens Kin­der (JOS 7). Im Jah­re 1764 erscheint Wilcken Boye als „Wilcken Boye aufm Oster­mohr“ dann mit 18.14.34.11 M.S.R.F im Acker­schatz­re­gis­ter des Neu­en Koo­ges (LAS 102 Ksp. Bruns­büt­tel 327). Offen­bar wur­de der Erlös aus dem War­fe­ner Hof für den Erwerb von Län­de­rei­en im Neu­en Koog ver­wen­det. Von Wilckens Kin­dern erreich­ten nur ein Sohn (Boie) und eine Toch­ter (Catha­ri­na) das Erwach­se­nen­al­ter. Boie Boie war Epi­lep­ti­ker und ertrank am 21. Juni 1767 nach einem Anfall in Oster­moor auf dem Wege zu dem väter­li­chen Hof in einem Gra­ben.  Die­ser Hof wur­de 1767 von Wilcken Boyes Schwie­ger­sohn Claus Kohl­saat bewohnt und wohl auch bewirt­schaf­tet. Ein Jahr nach Wilckens Tod (1782) ver­kauf­te sei­ne Toch­ter Catharina/Katrina Kohl­saat den nun 29.10 M.S gro­ßen Hof an mei­nen Vor­fah­ren Mar­ten Feil I aus Büt­tel.

Gedenk­plat­te an die ers­te Pre­digt in der nach einem Brand wie­der auf­ge­bau­ten Kir­che in Bruns­büt­tel im Jah­re 1924. Hin­richs Johans Hin­rich, der Cou­sin von Wilcken Boye I, war damals im Vor­stand der Armen­kis­te.

 

Hof

Durch die Aus­dei­chungs­maß­nah­men nach 1685 ver­lor Johann Boye 6.13 M.S Land (LAS 66, 4453). Das Acker­schatz­re­gis­ter von 1686 wider­spie­gelt wahr­schein­lich die nach­he­ri­gen Besitz­ver­hält­nis­se. Danach war der Hof von Johann Boie dem Älte­ren 28.9.29.3 5/8 M.S.R.F groß,1695 besaß Johann dann einen 25.2 M.S gro­ßen Hof, und 1699 umfass­te der Hof noch 22.3 19.15 3/8 M.S.R.F. Etwas Land (1.4.10.10 M.S.R.F) hat­te Johann schon 1695 sei­nem Sohn Johann d. J. über­las­sen. Somit besaß Johann Boye der Älte­re weit mehr Land als sein Vater Boy­en Claus Boye. Lei­der habe ich bis­her kei­ne Acker­schatz­re­gis­ter für die Zeit um 1673 bis 1675 gefun­den. Die­se hät­ten mög­li­cher­wei­se Auf­schluss dar­über gege­ben, ob Johann den Hof sei­nes Vaters Boy­en Claus Boye über­nahm und dann erwei­ter­te oder gegen einen ande­ren ein­tausch­te.

Zeit

Nach der Sturm­flut von 1674, die den gesam­ten Fle­cken Bruns­büt­tel zer­stör­te, wur­de 1675 beschlos­sen, den Ort land­ein­wärts zu ver­le­gen. Die­ses geschah 1676, aber schon 1654 war in wei­ser Vor­aus­sicht ein neu­er Kirch­hof ange­legt wor­den – „die Toten wur­den den Leben­den vor­aus­ge­schickt“, wie Wil­helm John­sen es so tref­fend for­mu­lier­te. Natür­lich muss­te auch die Kir­che trans­lo­ziert wer­den. Die Finan­zie­rung die­ses Pro­jekt gestal­te­te sich schwie­rig. Johann Boye gehör­te zu den größ­ten Geld­ge­bern sei­ner Bau­erschaft und muss­te 1677 den Höchst­satz von 100 Mark für den Wie­der­auf­bau der Kir­che spen­den. Die neue Kir­che wur­de am 16. Novem­ber 1679 ein­ge­weiht.

Oster­moor wur­de wie­der ein­mal von schwe­ren Sturm­flu­ten heim­ge­sucht. 1684 gin­gen durch die Ver­le­gung des Elb­deichs nach Nor­den 10 Häu­ser und 88 Mor­gen Land ver­lo­ren, 1685 dann noch­mals 40 Häu­ser und 101 Mor­gen Land. Die Novem­ber­flut von 1685 zer­riss den Elb­deich eini­ge hun­dert Meter west­lich des Hols­ten­gra­bens und über­schwemm­te den gesam­ten öst­li­chen Teil des Kirch­spiels Bruns­büt­tel. Der 1575 fer­tig gestell­te Deich zwi­schen der Bau­erschaft Oster­moor und Büt­tel wur­de auf­ge­ge­ben und durch einen Deich ersetzt, der wei­ter land­ein­wärts errich­tet wur­de. Der neue Deich wur­de 1686 und 1687 von Sol­da­ten gebaut und daher Sol­da­ten­deich genannt. Johann Boye besaß 6.6 M.S zwi­schen dem Sol­da­ten­deich und dem Hols­ten­gra­ben, die aus­ge­deicht wur­den.

Scholten Soldatendeich

Geplan­te Deich­bau­ten in der Bau­erschaft Oster­moor, Skiz­ze vor­ge­legt am 15. Febru­ar 1687 (Elbe unten, am lin­ken Rand befin­den sich heu­te die Schleu­sen, am rech­ten Rand Büt­tel mit dem Alten Moor­deich, oben rechts das Wüs­te Moor). Von dem Außen­deich, das Boy­en Claus Boye bzw. sei­ne Erben bis min­des­tens 1672 ver­steu­er­ten, ist nichts mehr zu erken­nen. Man beach­te den Ver­lauf der Wur­ten­rei­he. Zum Zwe­cke der bes­se­ren Ori­en­tie­rung habe ich der Skiz­ze die in rot gehal­te­nen Ele­men­te hin­zu­ge­fügt, Stand etwa 1970 bis 1980:

KW = Koogs­weg
SS = alter Schul­steig
HF = Hof Wil­li Feil
OT = Ostert­weu­te
LD = Lütt Dörp
HS = Hof Sie­vers
AM = Alter Moor­deich
K75 = Land­weg bzw. alte B5
KKW = Kern­kraft­werk

Die Kar­te wur­de Fischer (1957) ent­nom­men, wel­cher als Quel­le das Archiv Deutsch-Nien­hof Nr. 280 angibt.